Wir schreiben das Jahr 1478...

Die Burg der Neidecker an einem Südausläufer des Hochgeländes ist noch in Mauerresten erhalten. 1478 wird Siegmund von Neideck von Jakob Trapp, dem damaligen Erbhofmeister von Tirol, mit der Gemeinde belehnt. Er begann sofort mit dem Bau dieser Burg. Sein Sohn Viktor bewohnte diese Burg bis zu seinem Tode 1520. Da er ohne männlichen Erben war, verkauften seine vier Töchter Burg und Besitz an den Truchseß von Waldsee, den Bauernjörg der Bauernaufstände von 1525.

 

Die Eberhardzeller trauertem ihrem Herren von Neideck lange nach. Um das Geschlecht und um seine Burg, die bald nicht mehr bewohnt war und zerfiel und dann im 17. Jahrhundert als Steinbruch für die neue Burg der Waldseer, die heute noch als vorhandene Heinrichsburg dient, rankten sich bald Sagen und Geschichten. In einer dieser Sagen, die noch in diesem Jahrhundert in den Schulen erzählt wird, wurden auch zum erstenmal die Neideckhexen erwähnt. Es hatten sich zwei Burschen der Gemeinde, die im Burgfried der Burgruine und in dem darin befindlichen ausgetrockneten Brunnen den Schatz der Neidecker wähnten, zusammengetan um ihn zu heben.

 

Wie damals üblich, hatten sie sich bei Vollmond Wunder wirkende Kräuter vom Grab eines Gerichteten geholt und mit diesem Amulett wohl versehen den Aufstieg zur Burgruine gewagt. Denn in den mündlichen Überlieferungen geisterte immer wieder der Satz, nur in einer Rauhnacht sei unter diesen bestimmten Verhältnissen überhaupt der Schatz zu heben. Nur sprechen, so hieß es, dürfe man während der ganzen Arbeit kein Wort, sonst wäre es um Schatz und Schatzgräber geschehen. 

 

Mit Schaufel, Seil und Lampe machten sich die Beiden an die Arbeit und kamen zügig voran. Sie drangen in einen Raum vor, indem eine große Kiste stand, auf der eine schwarze Katze lag. Durch Ihr Amulett geschützt näherten Sie sich der Kiste. Daraufhin machte die Katze einen Buckel, fauchte und sprang den Burschen ins Gesicht. Vor Schreck schrien Sie auf!

 

In Ihrer Ruhe gestört erschienen erzürnt die Neideck-Hexen. Sie schleppten die beiden Schatzräuber auf die Burgmauer und stießen sie herunter. Am nächsten Morgen wurden sie dort tot aufgefunden.

 

Seit dieser Zeit hat niemand mehr versucht, die Schätze derer "von Neideck" zu heben, so daß sie bis zum heutigen Tage noch in den Ruinen der Burg vergraben sind.

 

Manch einer unserer aufgeklärten Zeitgenossen mag über solch eine Sage mitleidig lächeln, unsere Vorfahren meinten es damit jedoch sehr ernst.

 

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