Anfänge der Fasnet in Eberhardzell

Seither und vor allem in der Fasnetszeit, als die Burschen des Dorfes noch Ruhe und Muße vor den beginnenden Feldarbeiten hatten, sind urkundliche Narrenumzüge nachweisbar. Allen voran der Sägewerksbesitzer Xaver Restle, der fast jedes Jahr den weiten Weg nach Basel ritt, nur um dort den Fasnetsumzug, "den Streich", mitzuerleben. Ihn reizte einfach dieses schwäbisch-alemannische Brauchtum, im Gegensatz zum, ebenfalls schon vorhandenen, mittelrheinischen Karneval nach Mainzer bzw. Kölner Prägung . Auch vom Münchner Fasching war er nicht so sehr angetan.

 

Diesen Brauchtumsgedanken brachte er von seinen Reisen mit ins Umlachtal und fand hier auch offene Ohren für seine Ideen. Von einem seiner Ritte nach Basel brachte er noch etwas Handfestes mit.

 

Die einen sagen, er habe es organisiert und nur ausgeliehen, die anderen behaupten, er habe es gestohlen. Es war dies der sagenumwobene "Basler Lälle-König", die erste nachweisbare Holzmaske der Zeller Fasnet. Über diesen Vorgang gibt es einen mehrfachen Briefwechsel zwischen der Narrenzunft Eberhardzell und den Baslern.

 

Bilder vom Anfang unseres Jahrhunderts zeigen den "Lälle-König", wie er seinen Widersachern die lange Zunge herausstreckt und bei diesen Narrenumzügen, die noch nicht organisiert waren, die sich vielmehr spontan bildeten, springen Kinder und Erwachsene als Neideckhexen mit. Als man dann nach dem Krieg endlich daran ging die Fasnet besser zu gestalten, war es allen Gründungsmitgliedern klar, daß im Mittelpunkt aller Narretei die Maskengruppe stehen sollte. Auf Anregung des "Postwirt Fons", zeichnete der ortsansässige Maler Horst Reichle 1961 nach alten Vorlagen eine Hexenmaske, deren Originalmanuskript es heute noch gibt.

 

Der Eberhardzeller Holzschnitzer Clemens Kohler schnitzte nach dieser Vorlage die Neideck-Hexenmaske mit Ihrem einmalig, furchterregenden Aussehen. Im Laufe der Jahre traten noch andere Masken an Ihre Seite, von denen zwei örtliche Traditionen weiterführen. So erinnert das "Hansele" an zwei Zeller Originale und der "Ampfelbronner Holzwurm" an einen Schreinermeister aus diesem Teilort.

 

Als Symbol der Narrenzunft "Zeller schwarze Katz" entstand die Katzenmaske, die hauptsächlich von Frauen und Kinder getragen wird.

 

An die Zunft angeschlossen sind die 1973 gegründeten Schalmeien, die sich seit Ihres Bestehens einen weithin bekannten Namen erspielt haben und sogar schon vom Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg eingeladen wurden.

Zunftmeister

Narrenzunft "Zeller Schwarze Katz" Eberhardzell e.V.
Karl-Heinz "Polde" Maucher
Romersbergstr. 13

88436 Eberhardzell

Telefon 07355 91020

Telefax 07355 91021

polde@nz-eberhardzell.de

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